Vermisste aus den Reihen der 15. Infanteriedivision Allgemeine Hinweise zu Vermissteninformationen Um mehr über gefallene oder vermisste Angehörige in Erfahrung zu bringen, ist es ratsam einer gewissen Strategie zu folgen, um aus eher allgemeineren Informationen Stück für Stück mehr Details zu erfahren. Der nachfolgende Ansatz hat sich in vielen Fällen bewährt, jedoch können natürlich abhängig von den jeweiligen Einzelschicksalen auch andere Wege erfolgversprechend sein. 1. Militärischer Lebenslauf des Vermissten in Erfahrung bringen Diese Auskunft bekommt man bei der Deutschen Dienststelle Berlin (ehemals WASt- Wehrmachtauskunftstelle) Webseite: http://www.dd-wast.de Postanschrift: Deutsche Dienststelle (WASt), Eichborndamm 179, D-13403 Berlin Tel. +49 (030) 41904-0 Fax. +49 (030) 41904-100 Man sollte sich hier nicht von den sehr langen Wartezeiten (bis halbes Jahr) abschrecken lassen, denn die dort gesammelten Informationen sind meistens alternativlos in ihrer Qualität und Aussagekraft, denn in dieser Dienststelle wird z.B. Original-Schriftgut der Deutschen Wehrmacht  (Truppenunterlagen, Soldbücher, etc.) für die Auskünfte herangezogen. Folgende Aufgaben fallen in die Zuständigkeit der Deutschen Dienststelle:     Erstattung von Kriegssterbefallanzeigen     Bescheinigungen zu Todeserklärungsverfahren     Klärung von Vermißtenschicksalen     Erkennungsmarkenentschlüsselungen     Feldpostnummernentschlüsselungen     Nachweis von Kriegsgräbern     Nachlaßverwaltung     Bescheinigungen über militärische Dienstzeiten     Bescheinigungen zur Vorlage bei Versorgungsämtern (Kriegsopferversorgung)     Nachweise über Kriegsgefangenschaft, Orden und Ehrenzeichen, Staatsangehörigkeit Bei der ersten Anfrage sollte man nach einem möglichst kompletten militärischen Lebenslauf fragen. Dieser sollte beinhalten: Erkennungsmarkennummer Zugehörigkeiten zu Einheiten Versetzungen Einsatzgebiete ggf. Verwundungen und Lazarettaufenthalte Beförderungen Auszeichnungen Ganz wichtig ist auch die konkrete Nachfrage nach einer Verlust- oder Vermisstenmeldung, denn durch sie lässt sich ggf. der Vermisstenort bestimmen bzw. eingrenzen. Oftmals wurden von Kameraden Grabstellen skizziert oder Orte des letzten Antreffens angegeben. Generell sollte die Anfrage so umfassend wie möglich gestellt werden, denn man muss damit rechnen, dass die Mitarbeiter bei der WASt sonst gemäß der zu allgemeinen Anfrage weniger Informationen liefern als eigentlich möglich wäre. 2. Anfrage beim DRK-Suchdienst München Bei dieser Stelle sind Vermisstenbildlisten regimentsweise abgelegt, so dass man hier neben dem Informationsstand dieser Quelle auch ggf. früher als bei der WASt die Truppenzugehörigkeit des Vermissten in Erfahrung bringen kann. Webseite: http://www.drk-suchdienst.eu Postanschrift: Deutsches Rotes Kreuz, Suchdienst München, Chiemgaustr. 109, D-81549 München Tel.: 089 - 68 07 73 - 0 Fax: 089 - 68 07 45 92 E-Mail: info@drk-suchdienst.org 3. Anfrage beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Webseite (mit Online-Gräbersuche):  http://www.volksbund.de Man kann auf dieser Seite auch eine öffentliche Anfrage einstellen. Postanschrift: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Bundesgeschäftsstelle, Werner-Hilpert-Straße 2, D-34112 Kassel Telefon: 0180 / 570 09-99 oder 0561 / 7009-0 Telefax: 05 61 / 70 09-221 E-Mail: info@volksbund.de 4. Truppenzugehörigkeit durch Feldpostnummer ermitteln Liegt z.B. der letzte Brief des Vermissten mit Feldpostnummer vor, kann man im Internet evtl. die Truppenzugehörigkeit anhand dieser Nummer ermitteln (z.B. Nummer in Google eingeben, zusammen mit “Feldpost”). Wichtig ist auch das Datum (Wann wurde der Brief geschrieben, Poststempel?), denn nur mit der Paarung “Feldpostnummer + Zeitraum” lässt sich der exakte Truppenteil (bis auf Kompanieebene) zur jeweiligen Zeit bestimmen. Buch: Es gibt ein Standardwerk über die Zuordnung der Feldpostnummern der Deutschen Wehrmacht: Kannapin, Norbert: Die deutsche Feldpostübersicht (3 Bd.), vollständiges Verzeichnis der Feldpostnummern, Biblio-Verlag (1980), ISBN-10: 3764811838 Weitere Hilfe zu Feldpostnummern:  http://www.forum-der-wehrmacht.de/index.php   5. Einsatzorte der Truppeneinheit ermitteln Hat man aus den Schritten 1 bis 4 (möglichst detailliert) die Truppenzugehörigkeit ermittelt, kann man nun im nächsten Schritt die Einsätze und Kämpfe der Einheiten zur entsprechenden Zeit in Erfahrung bringen. Quellen dafür sind: Militärarchiv Freiburg Anschrift: Bundesarchiv, Wiesentalstraße 10, D-79115 Freiburg Telefon: 0761/47817-0 Fax: 0761/47817-900 E-Mail: militaerarchiv@bundesarchiv.de Im Militärarchiv ergeben sich ggf. auch Auskünfte aus den Personalakten von Offizieren und Beamten der Wehrmacht. Militärgeschichtliches Forschungsamt in Potsdam Webeseite: http://www.mgfa.de Anschrift: Militärgeschichtliches Forschungsamt, Zeppelinstraße 127/128, D-14471 Potsdam Tel.: +49 (0)331 9714-0 Fax: +49 (0)331 9714-507 E-mail: MGFAPresseEingang@bundeswehr.org Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin, Abt. IV-Ref. F. Krankenbuchlager, Wattstr. 11-13 13355 Berlin (Informationen über Lazarettaufenthalte u. Verwundungen) http://www.berlin.de/lageso/versorgung/krankenbuchlager/ Das Internet o Google, z.B. nach “15. Infanteriedivision” oder “Infanterieregiment 88”,...) o http://www.feldgrau.com (englisch, mit Kurzüberblick und Einsatzkalendern vieler Einheiten) o http://www.lexikon-der-wehrmacht.de  Divisionsgeschichten (zu finden in Bibliotheken / Antiquariaten oder online z.B. unter http://www.zvab.com oder -eher zufällig- bei http://www.ebay.de) Traditionsverbände der entsprechenden Einheiten, falls noch aktiv. Informationen liefert:   Arbeitsgemeinschaft für Kameradenwerke und Traditionsverbände e.V. Merkurstr. 30 - 70565 Stuttgart Tel: 0711 / 2260620  -  Fax: 0711 / 2260794 eMail: info@kameradenwerke.de www.kameradenwerke.de 6. Den Ort finden Wenn man Truppenteil und Zeitpunkt des Verschwindens des Vermissten in Erfahrung gebracht hat, kann man anhand der Geschichte der Einheit (siehe oben) möglicherweise den Ort in Erfahrung bringen. Dieser wird unter Umständen heute nicht mehr existieren (z.B. ein Bauernhof, der zerstört und nicht mehr aufgebaut wurde), ggf. lässt sich der Ort aber anhand von (alten) Karten finden. Hilfreich in diesem Zusammenhang: Herder Institut Marburg, Bild- und Kartenrecherche: http://www.herder-institut.de Russische / Ukrainische Orte finden: http://www.jewishgen.org/Communities/Search.asp (Sehr hilfreich: Diese Seite berücksichtigt verschiedene Schreibweisen (russisch / ukrainisch / deutsch) !) Viel Erfolg !